Was uns ausmacht

Freiraum

Die meisten Kinder, die den Kinderbauernhof betreten, tun zwei Dinge: Rennen. Und Schreien. Wir bieten ihnen einen Freiraum, den es in der Stadt sonst nicht gibt. 
Unter freiem Himmel spüren sie den Wind auf der Haut und den Boden unter ihren Füßen. In der Erde graben wir das Gemüse aus, über dem Feuer bereiten wir es zu. Das Wasser ist Quelle unerschöpflicher Spielideen und wird ehrfürchtig den Pflanzen geschenkt. Werkzeuge aus Metall und Holz werden zu Verbündeten, um kreative Ideen umzusetzen. Unsere Mittel sind einfach.

Wir sind immer wieder erstaunt, wie die Kinder und Jugendlichen sich erden und sich öffnen. Die ungebremste Bewegung, das freie Spielen und die genussvolle Ernährung sind Grundbausteine für gesunde motorische, kognitive und soziale Entwicklung bzw. Heilung. Nach einer Weile sind die Kinder bereit für die Aufgaben des Tages. 

(Maria)

Das Gärtnern

Gärtnern stellt für mich ein Grunddimension menschlichen Daseins dar: der Freude am gemeinsamen Erschaffen und Gestalten, der Geschmack gesunder und frischer Lebensmittel und  die Verbindung zu unserer Lebensgrundlage; der Natur und dem Boden zu verstärken.

In Zeiten ökologischer und sozialer Katastrophen sehe ich als meine Aufgabe, mehr Kindern und Jugendlichen Lösungsmöglichkeiten und sinnstiftende Betätigungen aufzuzeigen wie z.B.  verschiedene alternative Formen in der Landwirtschaft. Unser Garten soll deshalb auch als kleines Modell und Experimentierfeld für Ansätze aus Permakultur, bio- intensiven Gemüseanbau, Terra Preta, Waldgärten, Agroforst, Weidemanagement u.a. dienen. Dabei arbeiten Mensch und Natur zum beiderseitigen Nutzen zusammen und diese Einsicht kann auch auf die Beziehung der Menschen untereinander wirken.

(Maik)

Menschsein

 Wir begegnen den Kindern auf Augenhöhe, respektieren ihre Bedürfnisse, stellen keine Erwartungen an sie und holen sie da ab, wo sie stehen. Nachdem die Kinder nach unterschiedlich langer Zeit beobachten und verinnerlichen, dass sie tatsächlich nichts müssen, zeigen sie durch kleine oder deutliche Zeichen ihre Bereitschaft zur Beteiligung. Mit Fingerspitzengefühl können wir die Kinder nun in eine passende Aufgabe einführen. Die Zurückhaltenden bekommen eine wichtige Arbeit, die sie gemeinsam mit dem Betreuer und im Anschluss selbständig bewältigen können. Die „Power-kids“ haben sich meist schon etwas im Spiel ausgetobt, brauchen aber dennoch eine möglichst körperlich schwere Arbeit. Der Rest passiert von selbst durch die Kräfte der Natur. Kommen die Kinder regelmäßig, werden die Zeitspannen zwischen Ankommen und aktivem Mitgestalten immer kürzer und wandeln sich zu einem sofortigen: „Ich möchte das machen“. Durch den Erfolg (dieser ist garantiert, da es weder quantitative noch qualitative Vorgaben von uns gibt) erproben die Kinder immer mehr Potentiale. Die „unbekannten Räume“ setzen ungeahnte Kräfte frei. Das Verhalten zeigt sich ausgeglichen, das Gehirn lernt effektiver und das Vermögen, die Verantwortung für das eigene Leben in die Hand zu nehmen wächst. 

(Undine)